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“GOMBESSA II” Expedition 2014 – 24-Weltrekord-Tauchgang

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Nach Gombessa I – der berühmten Quastenflosser-Expedition 2012 – hat der Meeresbiologe Laurent Ballesta mit seinem Team von Biologen, Fotografen und Filmemachern eine weitere erfolgreiche Mission nach Französisch-Polynesien abgeschlossen und in diesem Zuge einen weiteren Weltrekord-Tauchgang unternommen. – 24  Stunden unter Wasser mit  AP Inspiration Rebreathern.

 

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 Im Folgenden lesen Sie eine Zusammenfassung des Projektes und seiner Ergebnisse: Die Ziele und Herausforderungen Diese wissenschaftliche Expedition fand am Südpass des Fakarava Atolls im Tuamotu Archipel, Französisch-Polynesien statt und wurde von Laurent Ballesta – Meeresbiologe, Tieftaucher und Unterwasser-Fotograf – entwickelt, organisiert und angeführt. Das Herzstück der Mission war es, eine einzigartige Ansammlung von Mamorierten Zackenbarschen des Pazifik, Epinephelus polyphekadion, zu erfassen und zu verdeutlichen, wie ihr Ablaichen eine Schlüsselrolle im Gleichgewicht des Ökosystems der Lagune spielt. Tausende von Zackenbarschen scheinen irgendwie einmal im Jahr einem tiefen Ruf bei Vollmond zu folgen und sammeln sich am Südpass von Fakarava als einzigem Gebiet. Sie paaren sich für einen sehr kurzen und spektakulären Moment.

 

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Die Expedition bot drei wesentliche Herausforderungen:

  1. Ein wissenschaftliches Rätsel: es ist allgemein anerkannt, dass die eindrucksvolle Zackenbarsch-Ansammlung eine Schlüsselrolle für das Gleichgewicht des Ökosystems der Lagune spielt. Die exakte Natur dieses Phänomens muss noch besser verstanden werden.
  2. Eine taucherische Herausforderung mit sehr lang geplanten Tauchgängen, einige davon sehr tief (160 m+) und insbesondere ein 24-Stunden-Tauchrekord, falls die Bedingungen es erlauben.
  3. Die Herausforderung, qualitativ hochwertige Aufnahmen (2000 Bilder/Sek.) dieses außergewöhnlichen und seltenen Ereignisses, das nur etwa 30 Minuten andauert, zu erhalten.

Wegen seiner Intensität und Einzigartigkeit, wurde das Phänomen dieser Zackenbarsch-Ansammlung in den letzten beiden Jahren vom CRIOBE, dem Center for Insular Research and Polynesian Observatory of the Environment, verbunden mit dem CNRS, dem French National Center for Scientific Research, studiert. Deren wissenschaftliche Beobachtungen benötigen weiterhin Antworten. Mehrere Probleme mussten gelöst werden, z.B. folgende betreffend:

  • Der Zeitpunkt der Zusammenkunft und die Faktoren, die diesen beeinflussen – wie Strömungen, Wassertemperatur, Mondphase, Dichte/Verhältnis von ausgewachsenen Tieren und Jungfischen…
  • Die Herkunft und Anzahl der Zackenbarsche wirft viele Fragen zu ihren Wanderungsbewegungen auf – wie jene, ob Überlebende jedes Jahr zurückkehren?
  • Das unbekannte Habitat der Zackenbarsche während der Laichperiode – jedwedes Verhalten, das nur während des Ablaichens geschieht
  • Die Rolle, die diese Zusammenkünfte im Ökosystem spielen…

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Um diese Mysterien zu ergründen und aufzulösen, wurde zum ersten Mal in der Geschichte ein vollständiges physikalisches und biologisches Monitoring des Südpasses von Fakarava aufgestellt und umfasste: Vermessung des Meeresbodens, Sonar-Tracking, Akustische Analysen, Studium der Ozeanströmungen, Fotografie aus der Luft und 24/7-Überwachungskameras.

 

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Einige der besten Unterwasser-Kameraleute der Welt wurden engagiert, um diesen außergewöhnlichen Auftrag auszuführen.

 

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 Bewertung der Expedition Hai-Studien: Von Wissenschaftsseite werden mehrere Paper veröffentlicht, da neues bedeutendes Wissen erlangt wurde, beispielsweise über die dort vorkommenden Haie. In der Tat scheint der Pass die Heimat für die möglicherweise größte Population an Haien im Infopazifik zu sein. Die Beobachtungen wurden auch zum nächtlichen Jagen in einer Gruppe von Grauen Haien und zu ihren temporären Wanderungsbewegungen mit denen der Zackenbarsche gemacht – in Verbindung mit der Mondphase. Individuen beider Spezies wurden mit akustischen Sendern markiert und somit von Empfängern, die an verschiedensten Stellen im Pass  platziert wurden aufgespürt. Studien zu Mamorierten Zackenbarschen:

 

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Zum Herzstück der Mission – den Zackenbarschen: mehrere Publikationen werden behilflich sein, die besonderen Verhaltensweisen wie Kämpfe, Balzverhalten, Paarung u.s.w. zu beleuchten. Weitere Informationen die gesammelt wurden, werden den Verwaltungsbehörden der Region zur Verfügung gestellt, da sie sich als nützlich erweisen sollten, wie z.B.: wir haben Alarm hinsichtlich der anscheinend zurückgehenden Anzahl von Zackenbarschen ausgelöst – dies muss weiter bewertet werden – und dies ist eine bedeutende Information, in Anbetracht dessen, dass der Südpass als Biosphären-Reservat gelistet ist. 3D-Vermessung des Südpasses des Fakarava Atolls: Ein weiteres hilfreiches Werkzeug, das die Mission hervorgebracht hat, ist die 3D-Vermessung der Meereslandschaften und Ökosysteme des Passes, die zum ersten Mal erfolgte. Diese Kartierung wird helfen, weitere Kenntnisse über diese Gegend zu erlangen. Zusätzlich haben die Beobachtungen während eines sechsstündigen Tauchgangs in 160 m Tiefe das Vorhandensein ungewöhnlicher geologischer Strukturen, wie unerklärte vertikale Spalten ergeben und identifizierten das Auftreten einiger seltenen Spezies. Film und Fotografie:

 

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Zur Herausforderung der Aufnahmen – die Mission war ein voller Erfolg in dem Sinne, dass die individuellen Verhaltensweisen der Zackenbarsche zum ersten Mal überhaupt gefilmt werden konnten – Wanderungsbewegungen, Kämpfe, Balzverhalten, Jagd, Paarung…. Zudem wurden die meisten Aufnahmen mit 2000 Bildern pro Sekunde geschossen und ermöglichten damit, diese Aktivitäten genau wiederzugeben. Unglaubliche nächtliche Jagdszenen von Haien wurden ebenso mit Hochgeschwindigkeitskameras gefilmt und helfen uns, neues Wissen über dieses Phänomen zu erlangen. Wir beobachteten ein wahres Paradoxon zwischen der Unbeholfenheit von einzelnen Individuen auf der Jagd und der unerschütterlichen Effizienz ihrer Jagd im Verbund. Die Resultate an Fotos und Videoaufnahmen sind atemberaubend. Ein 90 minütiger Dokumentarfilm der Expedition wird auf dem europäischen Kulturkanal ARTE 2015 ausgestrahlt und eine 52 minütige englische Version im Nachgang international vertrieben. 24-Stunden-Tauchgang: Zu guter Letzt hat Laurent Ballesta den 24-Stunden-Rekordtauchgang unternommen, der speziell für ihn von Jean-Marc Belin, Tauch-Supervisor konzipiert und von spezialisierten Ärzten validiert wurde. Nur 2 Stunden Deko waren notwendig für die 22 Stunden, die auf einer Tiefe von 20-25 m verbracht wurden. Das unglaubliche Novum liegt tatsächlich im Deko-Protokoll, welches eine neue Weise des ausgeloteten Sättigungstauchens mit aufeinander folgenden Gasmixen einführt.

 

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Only two hours of decompression were necessary for 22 hours spent at a depth of 20 to 25m. The incredible novelty lies indeed in the decompression protocol, which introduces a new way of fathoming saturation diving by using successive gas mixes.

 

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